Morbus Köhler II
Andere Namen für den Morbus Köhler II sind die avaskuläre Nekrose, aseptische Nekrose, Morbus Freiberg oder Panner’s disease. Ursache des M. Köhler II Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Es können wie beim Morbus Köhler I mechanische Ursachen durch starke, andauernde Belastungen, aber auch Durchblutungsstörungen vermutet werden. Diagnose des Morbus Köhler II Meist sind Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren betroffen. Sie geben starke Schmerzen bei Belastungen sowie Schwellungen im Bereich des Vorfußes an. Den Eltern fällt häufig ein Schonhinken auf. Klinische Untersuchung bei Morbus Köhler II Zunächst wird der behandelnde Arzt eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) erheben. Er wird auf die verschiedenen auslösenden Ursachen zu sprechen kommen. Die Jugendlichen schildern Schmerzen unter starker Belastung, im Alltag, Beruf oder Sport. Schmerzbedingt tritt ein vermehrtes Schonhinken auf, um den betroffenen Fuß zu entlasten. Bei der körperlichen Untersuchung des M. Köhler II findet man einen Druckschmerz über dem Metatarsale II-Köpfchen (Mittelfußknochen) sowie eine Schwellung. Entzündliche Veränderungen sind meist nicht nachzuweisen. Der Fuß wird schmerzbedingt nicht richtig abgerollt , so dass ein Schonhinken auftritt. Nach der körperlichen Untersuchung des Morbus Köhler II erfolgt in der Regel eine Röntgenaufnahme in 2 Ebenen. Diese stellt nur eine geringe Strahlenbelastung dar. Im Röntgenbild erkennt man eine Strukturverdichtung am Mittelfußköpfchen. In fortgeschrittenen Stadien ist das Köpfchen abgeflacht und verbreitert. Weiterführende diagnostische Maßnahmen sind nicht notwendig. Therapie des M. Köhler II Der Morbus Köhler II wird konservativ behandelt. Man versucht bei ausgeprägten Schmerzen zunächst eine Entlastung des betroffenen Fußes. Eine Gipsruhigstellung wie beim M. Köhler I ist nicht notwendig. Orthopädie-technische Versorgung des Morbus Köhler II: Im Rahmen der Orthopädie-Technik wird mit Einlagen das Mittelfußköpfchen entlastet. Zusätzlich können Abrollhilfen an der Schuhsohle befestigt werden, um den betroffenen Teil zu entlasten. Krankengymnastik bei Morbus Köhler II: Die Krankengymnastik kommt erst nach der akuten Phase zum Einsatz, um die schmerzbedingten Verkürzungen an Sehnen und Muskeln zu lösen und einen Muskelaufbau zu fördern. Physikalische Maßnahmen bei M. Köhler II: In der Akutphase des Morbus Köhler II mit starken Beschwerden und ggf. auftretenden Schwellungen werden schmerzlindernde als auch abschwellende physikalische Maßnahmen eingesetzt. Nach Abklingen der akuten Symptomatik können muskel- und sehnenlockernde Verfahren wie Softlaser und Ultraschall eingesetzt werden. Massagen können zusätzliche Muskelverhärtungen lösen. Sporttherapie bei Morbus Köhler II: Bei starken Schmerzen wird ein Sportverbot, auch in der Schule, notwendig sein. Nach Abklingen der akuten Symptomatik kann unter Aufsicht und Kontrolle von Trainern und ausgebildeten Sporttherapeuten langsam ein entsprechendes Trainingsprogramm wieder aufgenommen werden. Belastende Sportarten wie Joggen, Fußball, Handball und Volleyball sowie Squash sollten mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Ergotherapie bei M. Köhler II: Die Ergotherapie wird nur selten eingesetzt. Falls notwendig, versuchen die Ergotherapeuten die Gebrauchsfähigkeit der Fußgelenke zu verbessern und Belastungen im Alltag, Beruf sowie bei sportlichen Belastungen zu verringern. Es wird auf den so genannten Gelenkschutz geachtet, um Überlastungen zu vermeiden. Operative Behandlung bei Morbus Köhler II: Im Gegensatz zur weitgehenden Abheilung des M. Köhler I bleiben beim M. Köhler II oft Veränderungen im Bereich des Mittelfußköpfchen II zurück. Die Schmerzen und Beschwerden klingen ab. Es bestehen aber weiter Veränderungen am Mittelfußköpfchen, die im Laufe der Zeit zu degenerativen Veränderungen im Gelenk führen können. Bei Beschwerden werden dann auch operative Maßnahmen eingesetzt. Diese sollten mit dem operativ tätigen Kollegen ausführlich besprochen werden. Auch sollte über evtl. Komplikationen und die Nachbehandlung informiert werden.
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